Annenstraße_Innenansicht

Schwemmholz, Gesso, Kaseinfarbe

„Annenstraße-Weibsbilder-Preis“ / 2014, 2.Preis

Begründung der Jury (Eva Ursprung, Anton Lederer, Kerstin Eberhard)

Marina Stiegler begab sich für ihr Werk „Annenstraße_Innenansicht“ (Kaseinfarbe auf Holz)
in die direkte Kommunikation mit Frauen, die in der Annenstraße wohnen oder arbeiten, und
interviewte diese. In dieser intensiven Auseinandersetzung versuchte sie zu ergründen, welche Kraft-
und Schutzzeichen oder Talismane Frauen verwenden, um Trost und Stärkung oder
auch Heilung von (emotionalen) Verletzungen daraus zu beziehen. Die Symbole und
Schutzzeichen dieser Frauen wurden mit den jeweiligen Hausnummern und Vornamen der
Frauen auf Schwemmholz aufgemalt, welches die Künstlerin für den Wettbewerb extra aus
der Mur gefischt hatte. So entstand ein simplifizierter Grazer „Stadtplan-Auszug“, der einem Totempfahl ähnelt und vom Bahnhofsgürtel durch die Annenstraße und über die Mur bis zur Innenstadt führt. Mit dem Schwemmholz stellt sie einen Bezug zum Wasser her und damit zur Historie der Stadt. Und ebenso zur Stadtstruktur, dem linken und rechten Murufer, welches die Stadt auch in die unterschiedliche Einkommenssituationen aufteilt. Die Künstlerin geht sehr intensiv auf die individuellen Lebenssituationen und Biografien der Frauen ein, stellt diese vereinfacht, aber direkt dar und drückt durch das Totem die kulturelle Diversität aus, welche in der Annenstraße vorzufinden ist.